12.12.2017 - 20:50h
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Fürstenportraits

Ludwig IV., Landgraf zu Hessen

Orginal Kachelabbildung Landgraf zu Hessen
regierender Landgraf zu Marburg seit 1567
* Kassel 27. Mai 1537, † Marburg 9. Oktober 1604

Blattkachel eines mehrstöckigen Kachelofens, der um 1570 im Rauschenberger Schloss stand oder spätestens 1594 dort aufgebaut wurde. Die Reste dieses Ofens traten bei Sanierungsarbeiten an der Schlossruine im Jahre 1992 wieder zu Tage.

Der Landgraf wird im Halbprofil nach links schauend dargestellt. Er trägt einen Vollbart. Den Kopf bedeckt ein barettartiger flacher Hut, der vorne von einer Bommel geziert wird. Unter einer vorne offenen pelzverbrämten Jacke fällt als Attribut eine großgliedrige Doppelkette mit einem runden Anhänger auf, ein Symbol der Herrschaft.

Den Kachelrahmen bilden zwei Säulen, auf deren Kapitellen ein Perlstab und ein mit Akanthusblättern geschmückter Bogen ruhen. In den oberen Ecken (Zwickeln) befinden sich glockenförmige Blumen mit kugelförmigen Staubblättern.

Ludwig war der zweite Sohn Philipps des Großmütigen und erhielt als solcher bei der Teilung des Landes etwa ein Viertel der Landgrafschaft. Seit dem 10. Mai 1563 war er in erster Ehe vermählt mit Hedwig Herzogin von Württemberg. Nach ihrem frühen Tode heiratete er in zweiter Ehe am 4. Juli 1591 Maria Gräfin von Mansfeld. Landgraf Ludwig war der Bauherr, in dessen Namen die Burg Rauschenberg 1594 und 1595 renoviert, erweitert und zum Schloss umgebaut wurde. Seit 1597 sind Aufenthalte des Landgrafen auf Schloss Rauschenberg wieder belegt, zuletzt am 20. September 1604.


Landgräfin Hedwig

Orginal Kachelabbildung Hedwig Landgräfin zu Hessen
geb. Herzogin von Württemberg
* Basel 15. Januar 1547, † Marburg 4. März 1590

Die Landgräfin wird im Porträt dargestellt. Sie zeigt nach rechts schauend ihr Profil. Die Fürstin trägt auf langem wallendem Haar eine netzartige Haube, die von einer Rosette bekrönt wird. Die Oberbekleidung ist eine offene Jacke mit Puffärmeln, darunter eine bis zum Kinn reichende Bekleidung. Auf der Brust trägt sie an einer Kette einen kreuzförmigen Orden.

Den Kachelrahmen bilden zwei Säulen, auf deren Kapitellen ein Perlstab und ein mit Akanthusblättern geschmückter Bogen ruhen. In den oberen Ecken (Zwickeln) befinden sich glockenförmige Blumen mit kugelförmigen Staubblättern.

Hedwig war eine Tochter des Herzogs Christoph von Württemberg und der Anna Maria Markgräfin von Brandenburg-Ansbach. Seit dem 10. Mai 1563 war sie mit Ludwig IV, Landgraf zu Hessen, in kinderloser Ehe vermählt. Durch häufige Reisen Ludwigs und eigene Güterverwaltung Hedwigs war das Ehepaar oft längere Zeit getrennt. Beide verband alledings ein enger, liebevoller Briefkontakt.


Landgräfin Maria

Kachelabbildung Maria Landgräfin zu Hessen
geb. Gräfin von Mansfeld
* 1567 (nach 3.3.), † vor 21.12.1635

Die Landgräfin wird im Porträt frontal dargestellt. Das Haar der Fürstin ist streng nach hinten frisiert, sie trägt eine kaum erkennbare Haube. Die vermutlich offene Jacke zeigt Puffärmel, das fein gearbeitete Hemd hat einen Stehkragen bis zur Halskrause, die den Kopf umschließt. An einer um den Hals geschlungenen Kette trägt sie ein Medaillon oder eine Medaille mit einem Kreuz.

Anders als bei den übrigen in Rauschenberg gefundenen Ofenkacheln handelt es sich um eine quadratische Kachel mit Porträtmedaillon in einem zweifachen Bänderrahmen. In den Zwickeln der Kachel finden sich florale oder Blattornamente.

Maria war die jüngste erst nach dem Tode des Vaters geborene Tochter des Grafen Johann I. von Mansfeld und der Margaretha Herzogin von Braunschweig-Lüneburg. Das genaue Geburtsdatum ist unbekannt. Seit dem 4. Juli 1591 war sie die zweite Gemahlin des um 30 Jahre älteren Ludwig IV., Landgraf zu Hessen, der auf Drängen der Verwandtschaft diese Ehe eingegangen war. Tatsächlich stand die Verbindung unter keinem guten Stern. Maria heiratete am 18. November 1611 einen entfernten Vetter, den Grafen Philipp V. von Mansfeld-Bornstedt. Sterbeort und –tag der Maria sind nicht bekannt. Sie starb vor dem 21.12.1635, vielleicht in Wien.